Anno 1993 habe ich achtzehn lange Tage und Nächte in derbiologischen Anstalt auf dem "Roten Felsen" ausgeharrt.Ich kehrte nicht als dieselbe Person zurück, die ich war.Heute kommt es mir wie ein böser Traum vor - entrücktund unwirklich. Zusammen mit meinem Weggefährten Lars Kleineberggelang es mir, Einblicke in eine Welt zu tun, die dem oberflächlichenBeobachter verborgen bleibt. Wir haben unsere Eindrücke undRecherchen zu einem Buch zusammengestellt. Hier einige Auszüge:

 

Hilfe, ich war in Helgoland!

von Dr. rer. nat.Felix Lorenz und Lars Kleineberg

(...) Lt. Pauckenschrekk* (1695-1767) wurde die Insel bereitsvon den Wikingern entdeckt. Die Legende erzählt von dem BootsführerHelge Landson, der bei schlechter Sicht auf der Suche nach dersagenumwitterten Elbmündung auf ein Eiland stieß, dasauf den Karten nicht verzeichnet war, auf dem "rote Steyneschnurgerade gen Himmel wuchsen" und auf dem man "wohlfeileTauschgeschäfte mit Glasperlen und Branntewein gegen Metund Tabak" tätigen konnte. Er beschreibt die Urhelgoländerals ungeschlachten, kurzbeinig-untersetzten Menschenschlag mitdichter Körperbehaarung und Talent zu Krustentierfang, -ausrottungund rührend anmutender Bemühung um Nachzucht. Er nanntesie "Helgorillas". Sie sollen sich aber durch "einegewie Verschlagtheyth" als "chwierige, doch deßwegenäuerst erfolg-reyche Handelsleute" gezeigt haben. Inseinen Aufzeichnungen fand sich diese Skizze des Habitus einessolchen Prachtexemplars.
"UeberHeligo-Land, deszen Menschen, Thiere, Wuermer und Gesteyne"(1745, im Bestand der Universität Wien)

 

(...) Nachdem die Darstellung des Urhelgoländers endlichvom BND freigegeben wurde, lieferte die japanische Filmindustriewenige Wochen später einen Film aus dem Genre der "Monsterschinken"ab, in dem ein Untier namens "Hellgozilla" eine japanischeGroßstadt aufarbeitet. Eine dreidimensionale NachbildungPAUCKENSCHREKK's Urhelgoländers diente als Vorlage fürdas angeblich im Polareis konservierte Monster. Er liegt in derRangliste der "Schlechtesten Filme aller Zeiten" knapphinter dem "Angriff der Kieler Tomaten." Trotzdem gabes eine ganze Reihe von Fortsetzungen. Der Filmkritiker NÄDLER,freier Mitarbeiter der holsteinischen Presse, äußertesich stets recht spröttisch. Vielleicht auch deshalb provozierteder Streifen so manchen Plagiator. "Bonnzilla" mit einemidealbesetzten Ottfried Fischer als Kanzler Kohl ließ nichtlange auf sich warten, eine totale Pleite an den Kinokassen, ebensodie Fortsetzung mit Verheugen als "Glotzilla". Das alternativePerformance-Werk "Gorgonzilla" roch schon zum Startnach Mißerfolg. Der Intendant des Gießener Stadttheatersinszenierte eiligst "Gieszilla". In dieser Interpretationdes "Monster-trampelt-alles-nieder"-Genres besteigtGieszilla (nach dem Vorbild einer Helgoländer Ureinwohneringestaltet (s.o.)) das Gießener Dach-Café und wirdvon der aufgebrachten Menge mit Schmandtkuchen beworfen (...)
Lexikon der Filmgeschichte Band 3 (1998)

So fuhren auf See die Matrosen, weiland
Ließen Heim das Weibe blond
Fortaus der Elbe Mündung breit - drei Tage und zwei Nächteweit
Liegt hinterm Horizont das Eiland
Hier rote Steyn gen Himmel stoßen
Derb' Mannen haust dorten in Höhlen gar tief,
Wo Wind und Wellen grausig tosen
manch Seefahrer bald die Nase lief
3.Strophe eines altfriesischen Liedes, überliefert von HermannLöns (1866-1914)

(...) Die alte Seemannsweise "Kleine Möwe, fliegnach Helgoland" läßt aufgrund zahlreicher Verfremdungen(z.B.: "wo ich Vodka aus dem Yoghurtbecher trank") vermutlichkeine Rückschlüsse auf die Vorgeschichte der Insel mehrzu. (Anmerkung der Verfasser: auch dem Text desLiedes der NDW-Combo Trio "Anna, oh Anna, laßmich rein, laß mich raus" mag man zunächst nichtsErhellendes entnehmen zu können, doch liegen wohl dazu keineeingehenden Untersuchungen vor - ein schönes Thema füreine Diplomarbeit - meinen wir).

RANSTAD liefert die Geschichte von "Michael Irrgang",der bereits Mitte des 16. Jhdts. nach tagelangen starken OstwindenHelgoland aus Richtung des heutigen Cuxhaven zu Fuß erreichthaben wollte und für die Beharrlichkeit, mit der er seine"Lügengeschichten und Alpträume" verbreitetezunächst in Stade geächtet wurde, später soll erim Raum Lüneburg gevierteilt, nach anderen unbelegten Quellenals Hochbetagter in der Nähe von Münster - auf der Höhedes Dreißigjährigen Krieges - nach kurzer Kerkerhaftgerädert worden sein. Was hatte dieser mutige Mann gesehen,daß ihn möglicherweise selbst hochnotpeinliche Inquisitionhatte standhaft überstehen lassen ?

Ihre Erlebnisse auf Helgoland verkündete "Sibylle"auf dem Marktplatz von Husum, als sie den Anwesenden erklärte,sie sei nach der Besteigung der "Langen Anna" von einerArt Geysir aus saurer Sahne ins Meer geworfen worden (nur mündlichüberliefert, datiert auf ungefähr 1190). Die Zuhörerstaunten nur. Als aber Kirchenvertreter von diesen Aussagen erfuhren,erging es ihr nicht besser als IRRGANG viele Jahre später.
Ranstadt, Gustav von (1877): "Geschichtenvon der Heymat"

(...) Aus jüngerer Zeit liegen andere Berichte vor:Klönbachbeschreibt in einer Fußnote Helgoland als eine Parklandschaftmit sehr kleinen Gebäuden aus winzigen, buntbemalten Ziegelnund "unproportional breiten, stets rechtwinkligen Wegen".Die meisten Autoren kamen zu dem Schluß, daß Klönbachnie selbst auf Helgoland gewesen sein kann, und daß sichseine Ausführungen wahrscheinlich auf Legoland beziehen,ein sprachlich leicht nachvollziehbarer Irrtum.
"Die Flaggen unbekannter Länder",Klönbach 1955, Universität Uppsala

(...) Eine der weniger bekannten Geschichten des "Lügenbarons"hatte ebenfalls mit Helgoland zu tun. Dieser will die Insel ,ähnlich wie Irrgang vor ihm, von Cuxhaven aus zu Fußerreicht haben (...)
"Ein Körnchen Wahrheit, Entdeckung einesseltenen Minerals in der Sammlung des Naturhistorischen Museumvon Neumünster" Neumünsteraner Naturbote von1971

(...) Cunning &Waffleman stellten 1961 anläßlichder 35. Tagung der "Searchers for Unknown Worlds Soc."in Manchester die Atlantistheorie vor. Nach dieser Hypothese istein großer Splitter bei der Explosion der Inselwelt Atlantis(ca. 9000 v. Chr.) abgesprengt worden und nahe der Elbmündungmit der Unterseite nach oben ("upside down-Postulat"bzw. "Waffleman-Regel") gelandet.

Geologen untersuchten nicht zuletzt daraufhin viele Formationenauf dem Meeresboden und Erhebungen des Mittelatlantischen Rückens,bei denen die Abfolge der Schichten derer auf Helgoland vorgefundenenantiparallel sein müßte, aber bislang ohne Ergebnis.Nur auf dem Archipel Dnalogleh bei Tristan da Cuñha istnoch immer ein Team aktiv.

Die Position des Atlantissplitters ermittelten spätereAutoren mit großer Genauigkeit in einem Bereich in der DeutschenBucht, in dem auch das heutige Helgoland liegt. Diese Befundegalten jahrelang als schlüssiger Beweis für die TheorieCunnings & Wafflemans. Sie wurde jedoch am 21. April 1966durch die spektakuläre Entdeckung der "Düne"durch HYNKLSTEYN et al. buchstäblich auf den Kopf gestellt.
"Helgoländer Forschungsschriften"Vol 23, s. 2, 1966

"Out of a sudden, we saw it!"
Hynklsteyn, P. & Seligman, S. (1966):"Discovery of aso far undescribed, new and interesting northern insularian fossilfauna, with notes on the genus Helgolandia and allied taxa" Proc. biol. sci. nat. hist.soc. Haifa, 3:354, p. 96 ff, fig. 24-33, 67

(...) Ein finnischer Wissenschaftler vertrat während jenerTagung eine konservative Atlantistheorie mit derart vehementerRhetorik, daß er weit über das Ziel hinausschoß.Ein Großteil der Konferenzteilnehmer war anschließendgeradezu überzeugt, daß es Helgoland gar nicht gäbe...

(...) In einigen Kreisen der linken Opposition wurde gar gemutmaßt,die Insel sei eine Illusion, ihre Wahrnehmung würde durchMassenhypnose hervorgerufen . Die Reisenden würden "mitspeziell ausgestatteten Schiffen ein paar Kilometer aufs Meergefahren und verfallen dann einer Fata Morgana, die derart realistischerscheint, daß selbst Videobänder und Diafilme durchelektromagnetische Wellen belichtet werden, die von der Imaginationder Fotografen selbst erzeugt werden".
"Das Photomagazin; Schützen Sie Ihre Filmeim Urlaub" 10/70, S. 64ff

(...) Allerdings gibt es weltweit verbreitet noch einige weitere,vermutlich verwandte Formationen. Zum Beispiel in Südeuropa.Durch ähnliche Hypnoseverfahren hervorgerufen entstand diesesFoto vom "Turm von Pisa", erzeugt durch einen Mitarbeiterdes FBI. Dieser wußte angeblich vom "Fall Helgoland"gar nichts, aber auf die Frage, wo auf der Karte "nun genauEuropa " läge, machte er für einen Amerikaner erstaunlichgenaue Angaben. Daß er später auch noch angab, vonitaliänischen Einwanderern abzustammen, wurde im Abschlußberichtbeflissentlich übersehen. Es hätte den Mann in großeSchwierigkeiten bringen können (...)
"How to imitate Americans" (1973) Handbuchfür Spione, herausgegeben vom KGB.

"Turm von Pisa" (erzeugt durch einen hypnotisiertenFBI Mitarbeiter): Auch hier ist eine Ähnlichkeit unverkennbar.

Professor Dr. Knut Reusenknecht war bei seinen Studenten sehrbeliebt. Insbesondere die Damen waren von seiner "charmantenSeite" geradezu verzaubert - so ein echter Kerl aus dem Norden,mit roter Nase und Rauschebart, und diesem "nach Seeluftschmeckenden Akzent, durch den sich die Romantik einer Seereisemit der norwegischen Walfangflotte und Rum mit Tee im ganzen Raumverbreitete"[Zitat Dr. Ulla Kolse-Beksen, eine StudentinReusenknechts, pers. Komm. 1991]. Bei den männlichen Studentenund Kollegen hatte er eine gehörige Portion Respekt fürseine (...) [Standfestigkeit]. Niemand wußte genau, woherer ursprünglich kam, er schien seit Jahrhunderten zum Inventarder Universität Kiel zu gehören, seine Vorlesungen wareneine Institution.(...)
Der "alte Reusenknecht" genoß internationalenRuf als Kenner der Nordseeinseln, doch aus unerfindlichem Grundehatte er sein Wissen nie in geschriebener Form hinterlassen. Währendseiner gesamten Schaffenszeit hatte sich Reusenknecht stets vehementgegen die Behauptung verwehrt, es gäbe eine Hochseeinselin Elbmündungsnähe. Den Begriff "Helgoland"quittierte er mit Stirnrunzeln und verneinte Zeitzeugen zufolgeeine Auskunft. Als der alte Haudegen im Januar 1971 im stolzenAlter von 96 Jahren starb, fand man in seinem Nachlaß einenca. 5 kg schweren Brocken helgoländer Sandsteins und einHalsband aus Taschenkrebsscheren (...). Welches Geheimnis nahmdieser Mann mit ins Grab?

(...) The distinguishing difference (...) can be traced inthe reduction of adapical stearing organs, a feature which constitutesa remarkable adaptation to a temperate palaearctic environment(...) Aus der Originalbeschreibung von Helgoland (Insularia:Helgolandia litoderma gen. nov. sp. nov.) Gablefish, K. &Rucksack, P., p. (1989) Rev. zool. Soc. nat. Kopenhavn p. 12 fig.5

(...) Ein japanisches Forscherteam um Sakura & Katoh wies1969 durch ein neuartiges, auf der Corioliskraft basierendes Meßverfahrennach, daß es sich bei der Düne um das Cunning-WafflemanscheFragment von Atlantis handelt. Womit erneut das Rätselratenum die Identität Helgolands selbst entbrannte.

(...) Durch die Boulevardpresse lanciert, hatte sich auch inder Öffentlichkeit das Gerücht breit gemacht, daßdas bis dahin verlorengeglaubte Evangeliar Helgos des Dünenbärenin der Klosterbibliothek von Magdeburg aufgetaucht sei. Aus Sicherheitsgründenwürde es vorerst unter Verschluß gehalten, hießes. Helgo der Dünenbär hatte der Legende nach im fünfzehntenJahrhundert nicht weniger als 77 Jahre in einem Gefängnisauf Helgoland verbracht. Um seine mutmaßlichen Aufzeichnungenrankten sich bald Spekulationen und Legenden. Auf der mit Spannungund von internationalem Interesse begleiteten Auktion im HauseSotheby's (London, August 1989) wurde ein zweifellos echtes Evangeliarvorgestellt, das jedoch nicht von Helgo dem Dünenbären,sondern von Konrad dem Kujau stammte. Es gab ein großesGelächter.
"Chronik der Deutschen: Die Jahre der Wende"Springer, 1989-1991

(...) In Europa wurde zur Zeit der Ölkrise an einem Verfahrengeforscht, aus Helgoländer Sandstein einen "preiswertenAlternativbrennstoff" zu raffinieren. Einige Wissenschaftlerwarnten schon damals vor den Folgen des Abbaus für die Umwelt.Sie waren ihrer Zeit voraus und ihre mahnenden Worte verhalltenungehört. Die Schäden, die entstanden, sind unübersehbar.Ein unaufhaltsamer Erosionsprozeß vor allem am WestuferHelgolands hält bis in unsere Zeit an.
"Mobil ohne Auto" Informationsblattder "Grünen", 1988

(...) Von den damals an den Tests beteiligten Biologen warenkeine Stellungnahmen zu bekommen. Ein enger Mitarbeiter einesverantwortlichen Offiziers des BND gab jedoch inoffiziell zu,daß bereits vor 1983 gentechnische Experimente mit Helgolanddurchgeführt wurden und bis heute weitergeführt werden- von der Öffentlichkeit sorgfältig abgeschirmt undvöllig unbehelligt, auf dem Oberland in der sogenannten "Wetterstation".
"Frieden schaffen ohne Waffen" Informationsblattder "Grünen", gegen Ende 1987

(...) Bis dahin war man davon ausgegangen, daß es sichim Falle Helgolands um ein genetisch und ökologisch einzigartigesExemplar, somit ein "lebendes Fossil" einer sonst weitgehendausgestorbenen Inselform handelt. Es herrschte einheitlich dieMeinung vor, daß es ein Weibchen sei. Die "Lange Anna"war dieser Lehrmeinung zufolge ein Zwergmännchen, das amPosteriorende mit dem Weibchen semiparasitär verwachsen sei.Daher rührten auch die Bemühungen gewisser Kreise, die"Lange Anna" umzutaufen in "Langen Annus"- ein eindeutiger Manipulationversuch, um der "Zwergmännchentheorie"eine trügerische Authentizität zu verschaffen.
vgl. auch: "Evol. and Reproductive Biol.of Northern Sea Isles" Turner, Klose & Kapselgau (1984)

(...) Ein Zuschauer rief "Dann schauen Sie doch, verdammtnoch mal auf Ihren Globus und überzeugen sich selbst!!".Allgemeines Entsetzen. Eine eiligst eingeblendete Werbeinsel rettetedie Situation. Der Intendant (...) entschloß sich zur "Fluchtnach vorn": als die Sendung weiterlief, hatte man bereitseinen riesenhaften, von innen beleuchteten Globus und zwei "Experten"herbeigeschafft, um einen "Gegenbeweis" anzutreten.Daß man Helgoland nicht auf dem Globus eingezeichnet fand,überzeugte auch skeptische Zuschauer.(...)
"Der Globus-Zwischenfall-100 Jahre Fernsehen",Kapitel 5 "Ein Reporter erinnert sich" von U. Wickert1995, Kindler Verlag

(...) Kulinarisch hat Helgoland einiges zu bieten. So z.B.das bei Feinschmeckern hochgeschätzte "HelgoländerFleisch". Der Verzehr dieser Spezialität kommt einerZeremonie gleich: Ein sechs Monate in Knoblauchlikör gebeiztesStück Seehundfett wird zusammen mit einer Ingwerwurzel unterdie Zunge gelegt. Daraufhin stopft sich der Kenner eine handvollNordseekrabben in den Mund und beißt in eine gesalzene Zitrone.Dazu wird ein leichter Sellerieschnaps oder Alte-Janxx-Geist gereicht.
"Kulinarische Weltreise III" , A. Biolek,Thieme

(...) Während die Debatte um das Geschlecht der Insel(oder 'des Insels' ?) in Amerika noch in vollem Gange war, wares dem Wiener Verhaltensforscher Sefczic 1987 vergönnt, dasJahrhundertereignis der Paarung zu beobachten und mit eindrucksvollemfilmischen Material zu belegen...

(...) Beobachtet wurde, daß
1.) das sog. "Windrad zur Stromerzeugung" ein hochfunktionellesFlugorgan darstellt, das die Insel befähigt, in der Luftgewagte Manöver auszuführen...
2.) das sessile Sylt in geschichtlicher Zeit wiederholt begattetwurde. Spuren einer "insulären Entjungferung" (Sefczic)sind vor allem an dessen Westküste (in der Nähe derGeschlechtsöffnung, der sogenannten "Kloake", etwabei "Bei Uschi" und dem "Kliff-Café"),deutlich sichtbar und können heute nicht mehr der Sturmflutvon 1662 zugeschrieben werden. Computersimulationen lassen sehrpräzise das Eindringen eines dem "Langen Annus"größenähnlichen Gegenstands vermuten.
"Helgoländer Inselbote" vom 12.März 1987

(...) Heute gilt der Fortpflanzungszyklus der NordfriesischenInseln als wohl dokumentiert und beispielhaft belegt - er zähltzu den am besten untersuchten Reproduktionsvorgängen beiInseln überhaupt.
Publ. z. Evolution i. uns. Zeit Bd. 3 [ZweiterErg.-Bd.] 1975 sowie "What Became of Surtsey and Other UnaskedQuestions" Jour. Scot. Sc. Vol.11

(...) Die Verwandtschaft mit den Cetacea halten andere Autorenaber für etwas weit hergeholt, da ein Atemloch fehlt unddas Höhlensystem an der Westküste von einem Ambulacralsystemabgeleitet scheint. Was allgemein als "Seetang" bezeichnetwird, ist tatsächlich ein hochentwickeltes Pedicellariensystemmit endosymbiontischen Algen, die Tetrapodengürtel sind lokalisierteAnsammlungen von Papulae (...)
"Revision of northern hemisphere Echinodermata"Langebaard et al. (1990)

(...) Was normalerweise als Ligament bezeichnet wird, sei dereinzige über der Wasserlinie (durchgezogene schwarze Linie)sichtbare Teil eines sehr großen Organismus. Danach solltenSchale und Mantel das Flugorgan bilden. Zwischen dem gelenkigbeweglichen, zweiteiligen Flugorgan und dem Dottersack, oder wasauch immer das ist, läge im histologischen Schnitbild, wennman in bilaterer Richtung zur Körperachse schneidet, dieKieme. Einen Gesamtquerschnitt dieses Modells zu erstellen, wärenatürlich noch wesentlich schwieriger gewesen als die desSchnitts durchs Oberland, bei dem es nur verhältnismäßigwenige Meter in die Tiefe ging.

Bei einer unbestritten festgestellten Höhe des Oberlandesvon 58 Metern über NN (schwarze waagerechte Linie) ergäbesich nach diesem Modell eine Gesamthöhe von über 1200Metern, bei einer maximalen Dicke von fast 900 Metern. Überdie laterale Ausdehnung lägen nur vage Erkenntnisse vor.Die Düne soll danach der ausgestreckte Fuß sein. Allesdas ist natürlich völlig absurd.
Ziegelmeyer (1978): "Die Mollusca der Nordsee",Appendix: "Zweifelhafte Arten" s. 45 f.

Viele Autoren gaben Helgoland danach den Rang eines "MissingLink", doch ohne einig zu sein, zwischen was. Es herrschteaber einheitlich die Meinung vor, daß es ein Weibchen sei.(Anm. der Verfasser)

(...) die Madreporenplatte [ist] zu einem Flugorgan, dem "Windradzur Stromerzeugung" umgewandelt: eine interessante etymologischeParallele zu der "Laterne des Aristoteles", die im Falle
Helgolands zu einer vergleichsweise winzig anmutenden "Büstedes Hoffmann von Fallersleben" in der sog. Jugendherberge(=aboraler Pol) reduziert wurde.
Prof. Dr. Richard Pearhead auf dem 26th Symposiumof Insularian Research, Taco Beach, Los Alamos, 1995

(...)Systematische, dicht angelegte Kernbohrungen auf dem Oberlandmachen es möglich, den Aufbau des Ektoderms bis in Höheder Wasserlinie dreidimensional darzustellen.
Im Vordergrund dargestellt die Kanäle, die unseresermessenszu der von anderen Wissenschaftlern vermuteten Echinodermaten-Verwandtschaftverleiteten. Sie stellen nach Auswertung der aufwendig niedergebrachtenPräzisionsbohrungen und Analyse des enthaltenen Sekrets dochwohl eher Teile des Verdauungssystems dar.
Archäologen gerieten schier aus dem Häuschen, wittertenAufklärung in der Hünen-grabfrage; deuteten die Skleroplastenals Grabkammern - nach der des Dünenbärs Helgo wirdnoch gesucht - sie wollten also mal wieder auf der Arbeit andereraufbauen. Ein solches Gräbernetzwerk wäre natürlicheine Sensation erster Kajüte.
Ob dieses Modell möglicherweise nur den Anschnitt einer abgeleitetenLipid-Doppelschicht darstellt, ist noch nicht genauer untersuchtworden. Falls das zuträfe, handelte es sich um einen unvorstellbar,unvergleichlich großen Einzeller (Größen-verhältnisseentnehme man der Beschreibung des Bivalven-Modells).
Als weitere Ergebnissse des Kernbohrungsprojekts soll hier nocherwähnt werden:
-unter den Bauten der heutigen Siedlung Helgoland fanden sichReste der ursprünglichen Wikingerbebauung;
-unter der Wikingersiedlung wurde eine dritte Schicht freigelegt,derer Fossilien auf ein asiatisches Reitervolk schließenlassen.
-eine vierte Schicht, heute unter NN, deutet mit tropischen Hölzernund Palmfarnen auf eine ganz andere geographische Lage hin;
-eine fünfte Schicht, deren Alter nach der K40/Ar40-Methodeauf etwa sieben Milliarden Jahre datiert wurde.38-232
-Eine sechste Schicht konnte wegen der mit der Tiefe zunehmendenErdwärme noch nicht genauer untersucht werden.
-die siebente Schicht wurde "Neuseeland" genannt.
-Dann kam die Nachtschicht, später die Staubschicht.


Block-Schnittbild des Oberlandes: 13.) Ektoparasitenschicht; 14.)Unbekannter Dermoplast;
16.) Sklerotisiertes Ektoskelett;"e" (li. unten) ist ein Artefakt.

(...) Die Manövrierfähigkeit konnte zweifelsfreibewiesen werden. UDERZO hielt eine Landung 1961 mit einer Skizzefest. Zum Vergleich die Darstellung von SHELTON aus dem Jahr 1975,die auch die Startphase dokumentiert. Interessant, daß UDERZOdamals die Landung bei extremen Niedrigwasser gesehen hat, SHELTONaber bei hoher Tide. Deutlich erkennt man das beim Start vollständigentfaltete Rotatorium. Leider konnte er die postulierte Drehungnach CUNNING & WAFFLEMAN nicht beobachten, da sich beim Einschlagauf der Wasseroberfläche eine Art Wasserhose bildete (...)Nach SHELTON zog die Insel eine enorme Wasserfahne hinter sichher, die MAGRITTE nicht, UDERZO nur undeutlich gesehen hat. (sieheAbbildungen) Das Tier beschreibt auf seiner Flugbahn eine irreParabel (...).


Ein weiterer Augenzeuge, V. BÜLOW antwortete auf die Frage:"Wie landet er ?" mit einem etwas zögerlichen:"Er landet...sportlich". Vermutlich hat er eine ähnlicheLandung wie seinerzeit UDERZO beobachtet. Die Dynamik beider Typender Landung spricht für erhebliche Fluggeschwindigkeit undeine ausgeprägte Toleranz gegen exorbitante negative Beschleunigung.Bei der Uderzoschen Landung flog offenbar die Bebauung des Oberlandesdurch Elastizität des Korpus ein ordentliches Stückin die Luft (schwarze Schatten). aus Pearhead,R. & Namba, K. (1997): "Flight performance and landing:new observations on behaviour of Insularians" Nature 356:23

(...) Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr andie beiden Amerikaner Reuben Cunning (81) und Manfred Waffelman(78) für ihre Erforschung seismischer und vulkanischer Phänomenein der oberen Erdkruste. Ihnen gelang mit diesen Untersuchungenunter anderem der Nachweis, daß das sagenumwobene Atlantisdie heutige Nordseeinsel Helgoland ist. (aus den Nachrichten,1996)

(...) Nicht zwingend an diese Stelle, aber irgendwo hierhineingehört ein Bericht über Fundstücke, die lange Zeitals eindeutiger Beweis für das Auftreten einer Sonnenfinsternisgegen Ende des Mittelalters gegolten haben*. So hat man bei Ausgrabungenunter dem Sparmarkt im Oberland eine uralte Holzkiste voll mitGebilden aus Miesmuschelschalen und Zinkdraht entdeckt. Sie geltennach einhelliger Expertenmeinung als früheste bekannte Formimprovisierter Sonnenschutzbrillen zur Betrachtung von Sonnenfinsternissen("Sofi-Brillen"). Ein interessanter kulturhistorischerAspekt dieses Fundes ist sicher der ausgeprägte Geschlechtsdimorphismusder Brillen für die Dame und den Herren (siehe Abb. 14b)-hier waren die Ur-Helgoländer dem Geschmack der Siebzigeroffenbar voraus, vielleicht standen sie sogar Pate für dieStilblüten, deren Eskalation dem gereifteren Leser in Formtragbarer Kassettenrekorder, Gary Glitter und Flipper schmerzhaftin Erinnerung geblieben sein dürften. OK, ok, es hatte auchGutes damals, aber das gehört hier nicht her.
* Crossroads, Duusenjåger und Goldzahn (1993) wiesen jedenfallsnach, daß zu dem datierten Entstehungszeitraum der helgoländerSofi-Brillen ganz sicher keine Sonnenfinsternis oder ein Sonnenfinsternis-ähnlichesEreignis über dem fraglichen Gebiet Europas stattgefundenhaben konnte. Sie vermuten vielmehr, daß die Helgoländerdiese Brillen "nur so aus Spaß und in Ermangelung vonGlas" getragen haben könnten. Ein illustrer Farbtupferim sonst so trüben Inselalltag halt, so in der Art. Wir glaubendas nicht. Die Funktionalität der Brillen steht außerFrage, ihr Einsatz z.B. zum traditionellen Laminarienertastenkurz nach Ostern, von dem alte Felszeichnungen im Westwatt erzählen,ist ein denkbarer Verwendungszweck. Testpersonen haben eindrucksvollbelegt, daß das Ertasten von Laminarien besonders gut beivölliger Blindheit funktioniert. Natürlich wurde fürdiese Tests der Einsatz der kostbaren original-HelgoländerSofi-Brillen nur simuliert, und zwar unter Zuhilfenahme von mehrerenFlaschen Anisschnaps der Marke Küstennebel.

Helgoländer Sofi-Brillen (Nachbildungen). Links fürdie Dame, rechts für den Herren. Die abgebildeten Personensind echten Ur-Helgoländern nachempfundene Models.

(...) "In their spare time, giants were keen game players.Stone-throwing and stone-dropping were very popular (...) andremnants of these activities are in evidence all over the world"S. Theale (1979): "Giants" Pan Books,s. 118 Dieses Zitat soll für heute reichen. Die Behauptung,wir würden auf einem stinkenden Stachelhäuter hausen,ist doch völlig absurd! gez. Olaf Mangusson, 1. Vorsitzenderder Helgoländer Liga der Riesen.

(...) "Wattn Tünkram, dumm Tüch is dat. Allwat de wedder könnt is ööbel nachsabbeln. Son Schiethett we nog nie to höörn gekricht. Dee Tüdderbüddelsbrogt all mool bannich watt oppm Moors! Tööp ma drop,da kümmt nog wat nach!" ("Tatsächlich scheintuns diese Darstellung ungenau und überzeichnet. Wir werdendies in aller Deutlichkeit, notfalls gerichtlich, klargestellen")(...)
Aus einer Stellungnahme des Bürgermeistersvon Helgoland Hans-Olaf Ploommboom zu der Äußerung"Helgoländer sind ja schon seit ehedem streitsüchtig"durch Mitglieder des Amrumer Kegelclubs "Amrumerika",Kurt Pöltermann. (Bei einer außerordentlichen Vorstandssitzung,die nach dem frühzeitigen Ausscheiden des "e.v. Helgolandien"auf dem Halligenturnier (1961) und den nachfolgenden Ausschreitungenabgehalten wurde, sollen tatsächlich gleichklingende Äußerungengetätigt worden sein).

(...) Der Vorfall war jedoch nur ein willkommener Anlaß,eine alte Fehde neu aufflammen zu lassen. Hintergrund fürdie traditionelle Feindschaft zwischen Amrum und Helgoland isteine widersprüchliche Interpretation eines wenig bekanntenTextes, der fälschlich Alfred Wegener (1912) zugesprochenwurde: "Es hat sich beim Auseinanderbrechen von Gondwanalandneben Afrika, Amerika und Indien noch ein weiterer, winzig winzigkleiner Kontinent gebildet. Er war bereits Plinius dem Älterenbekannt und Placopanis butyrum genannt. " Beide Gemeindenbeanspruchen seither für sich die Anerkennung als eigenständigerKontinent, von der Weltöffentlichkeit gleichsam ignoriert.
"Die Flaggen unbekannter Länder",Klönbach & Schiefelstein 1965, Universität Uppsala

(...) So kam es, daß ein Zitat unbekannter Herkunft durchdie Wiederentdeckung des natürlichen Phänomens der Erosiondurch den ostfriesischen Naturwissenschaftler Hauke Reinsdorffür die Helgoländer völlig überraschend denpositiven Beweis erbrachte: Altertümliche Darstellungen derInsel zeigen 52 kleine Ausbuchtungen entlang der Küste, dieinfolge von Erosion und Baumaßnahmen allmählich verschwanden.Lediglich die "Lange Anna" zeugt heute noch von dieserehemaligen Küstenstruktur.
"Warum WIR doch Recht haben" HelgoländerJournal für Inselrecht (1978, 3: 14-15)
vgl. dazu auch: Klönbach (1955, s. 286): "die Rändersind eckig, ihre Seyten eigenthuemelich gezahnet".

(..) Die Helgoländer wurden zu einem Wattentscheid zwischenWCE Concordia Ebbe und Fortuna Flut aufgefordert. Aber sogar einSturmangriff der Fortuna brachte nichts ein. Ebbe bekam zwar eineVerwarnung wegen Zeitspiels, rettete aber das Unentschieden. DasErgebnis lautete 6:6 nach Verlängerung und Zwölfmövenschießen.Der Präsident und Mäzen von Flut, BLANCO LALUNA, erklärte,sie seien jeden Tag bereit wiederzukommen. Darauf entgegnete derManager des WCE Ebbe, JACK C. DERMOND, erbost: "Kommt nur,kommt nur! Wir werden euch aufs Meer hinausjagen!" SupervisorREDMOND sorgte für Ruhe. Beide Trainer, "BIRDY"WHOGES (in der frankophonen Presse oft auch anerkennend mit "LeTerrier" betitelt), sein Assistent BALDY "FULL"MOON (der nie einen Drink ausließ) sowie der Trainer deranderen Mannschaft, COLLIN O´POSSUM, früher achtungsvoll"Beuteltier" genannt (da er die Erfrischungen fürdie trainierenden Spieler immer in Stofftaschen bei sich trug),wurden entlassen (...) Der Kicker 4/92, Seiten34ff

(...)Werden die Nordseeinsularia zur Fortpflanzung zurückwandern,schließlich sterben oder in einen neuen Zyklus eintreten? Was geschieht physiologisch bei einer Inselpaarung ? Sind dieauf vielen Inseln gefundenen "Gelben Säcke" Exkreteoder Eipakete? Würde letzteres zwingend eine Einordnung zuden Crustacea erfordern, obwohl diese Gruppe doch nie flugfähigeFormen hervorgebracht hat? Von welchen Species stammen die blauenund grauen ähnlich geformten Anschwemmungen?(...) W.Stonebitener (1988) "The miracles in Nature" OdysseyPublishing, NY

(...) Aus jüngerer Zeit hört man wieder allerleiKurioses. Eine handvoll fehlgeleiteter Fanatiker wollte bewiesenhaben, daß Helgoland die Arche Noah sei, die "Kieloben" in der deutschen Bucht angetrieben wurde. Zum anderenhat der "Verein zur Förderung von Ufosichtungen"in einem Dekret erklärt, es gäbe "keinerlei Zusammenhangzwischen den Besuchen Außerirdischer und Helgoland"

(...) Vielmehr ist Helgoland selbst Splitter eines Raumschiffes,dessen Besatzung Mitteleuropa die Zivilisation bringen wollte.Diese sei in Form von Logikpartikeln in einem ca. 20 cm großenBehälter aus dem seltenen Element Aztecium transportiertworden, der beim Aufprall des Raumschiffes verloren ging. DerBehälter könnte sich nach Aufzeichnungen der beinahe1000 Jahre alten Gilde der "Hüter der Weisheit"irgendwo im Höhlensystem der Insel befinden. Ein kahlköpfigerMann im blauen Anorak sucht danach noch heute, gefolgt von einemTroß unmotivierter Jünger.
EvD-Wochenschrift 7/96, Seiten 693ff